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Gemeinsamer Bündnis-Antrag der Fraktionen von SPD, Bündnis 90/Die Grünen und FDP
Antrag: Einrichtung einer längeren Fußgänger-Grünphase
an zentralen Ampeln zur Fußgängerzone
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
Der Dezernatsausschuss möge beschließen:
1. Die Grünphasen der Fußgängerampeln „Zuckerbergstraße“ und „Stresemannstraße“ sind dergestalt auszudehnen, dass Fußgehende in der Regel bei Grün die andere Straßenseite erreichen. (1)
2. Die Wartezeit für Fußgehende an diesen Ampeln ist zu überprüfen; bei Abweichung gemäß den Empfehlungen (EFA) ist diese zu korrigieren. (2)
3. Die Ampel Zuckerberg ist hinsichtlich der Konfliktsituation durch Rechtsabbieger weiter zu überprüfen (3)
4. Eine bedarfsgerechte, tageszeitabhängige Schaltung der Lichtsignalanlagen ist anzustreben.
Begründung:
Der Fußverkehr ist die umweltfreundlichste, günstigste und somit sozialverträglichste Art der Fortbewegung in der Stadt. Besonders für ältere Menschen ist dies ein wichtiger Aspekt für ihre Mobilität.
An etlichen Stellen besteht Handlungsbedarf im Sinne einer Aufwertung und Verbesserung. Im Einklang mit dem vom Stadtrat verabschiedeten „Modal Split“ soll in einem ersten Schritt notwendige Verbesserungen erfolgen und eine Signalwirkung „Pro Fuß“ zeigen.
Bei „GRÜN“ wird in der Regel die Straßenmitte durch Fußgehende nicht deutlich überschritten.
Die Fußgehenden insbesondere Mobilitätsbehinderte - geraten regelmäßig in Konflikte mit dem nach rechts abbiegenden KFZ-Verkehr aus der Böhmerstraße. Infolge der Ortsbegehung mit dem Ortsvorsteher aus Mitte/Gartenfeld wurde die Situation verbessert. Es ist zu überprüfen, ob somit die Konfliktsituation entschärft wurde.
Die Wartezeit für Fußgehende an der Ampel „Zuckerberg“ beträgt fast 2 Minuten.
Die Ampel ist nicht tageszeitlich optimiert, so dass z.B. in den Abendstunden Wartezeiten entstehen ohne entsprechendes KFZ-Verkehrsaufkommen.
Die Lichtsignalanlage Stresemannstraße berücksichtigt nicht, dass zu vielen Tages- und Abendstunden das Fußgänger-Aufkommen deutlich höher ist als das PKWAufkommen. Dies führt häufig zu Querungen bei „ROT“ und damit einhergehenden Sicherheitsrisiken für die Fußgehenden, da nahende PKWs aufgrund der Kurvensituation relativ schlecht wahrgenommen werden können.
Der Antrag mit identischer Intention aus dem Ortsbeirat Mitte/Gartenfeld wurde im Dez. IV bisher nicht thematisiert. Im Sinne der Erreichung des vom Stadtrat verabschiedeten Modal Splits besteht jedoch dringender Handlungsbedarf.
Mit freundlichem Gruß
Anja Matatko
(1) Weil sich gezeigt hat, dass besonders gegen Rot gegangen wird, wenn die Freigabezeiten für Fußgänger kurz sind und wenn lange Wartezeiten auftreten, sollen kurze Freigabezeiten so bemessen werden, dass ein Fußgänger, der zu Beginn der Freigabezeit losgeht, innerhalb der Grünzeit die halbe Fahrbahnbreite deutlich überschreiten kann (Richtlinien für Lichtsignalanlagen RiLSA, Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen FGSV 1992, 3.1).
(2) Wartezeiten von mehr als 40 Sekunden sind zu vermeiden (EFA, 3.3.5.1). Empfehlungen für Fußgängeranlagen, FSG(Hrsg.), Köln 2002.
(3) Die Fußgänger sollten bei GRÜN nicht mit abbiegenden Fahrzeugen rechnen müssen RiLSA, 7.3.6). Siehe auch Fortschreibung 2003, Anhang L, Kriterium „Mobilitätsbehinderte“.
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