Antwort zur Anfrage: Brand in Pfalzel
Brandeinsatz am 18.03.2007 bei der Firma Steil im Trier Hafen, Am Ostkai Nr. 6
Meldung im Trierischen Volksfreund vom 19. März 2007
Ihr Schreiben vom 28.03.2007
Sehr geehrte Frau Britz,
nach Rücksprache mit der Einsatzleitung der städtischen Berufsfeuerwehr beim Brandeinsatz am 18.03.2007 werden die von Ihnen aufgeworfenen Fragen wie folgt beantwortet:
1. Welche brennbaren Stoffe werden auf dem Gelände der Firma Steil gelagert?
Die Firma Steil arbeitet und handelt als Verwertungsbetrieb mit Schrott und Abfällen (Kunststoffe, Papier, Metalle) aller Art. Sie werden mit Schredderanlagen klein geschreddert und für den Transport vorbereitet. Bis zum Transport müssen diese Stoffe an verschiedenen Lagerflächen und Plätzen zwischengelagert werden.
Daneben sind auf dem Gelände Öle, Fette sowie Betriebsstoffe für den eigenen Bedarf gelagert.
2. Findet die Lagerung der Stoffe auf befestigtem Untergrund statt?
Das ganze Gelände hat einen befestigten Untergrund, der mit einer Folie unter dem Beton versehen ist, der das Eindringen von Schadstoffen in das Grundwasser verhindern soll. Das Oberflächenwasser, und somit auch das Löschwasser, wird über eine Ölabscheideranlage zu einem Abwasserbecken geleitet. Von dort wird es mit einer Hebeanlage der öffentlichen Abwasserleitung zum Klärwerk zugeführt.
Das Abwasserauffangbecken dient zum Absetzen von Schwebstoffen aus dem verunreinigten Abwasser.
3. Wurde und wird diese Lagerung überprüft und durch wen?
Das Firmengelände - und somit auch die Lagerung - wird in unregelmäßigen Abständen von der SGD Nord, Regionalstelle Trier, Deworastrasse 8 im Rahmen der abfallrechtlichen Überwachung kontrolliert.
4. Welche brennbaren Stoffe führten bei dem konkreten Ereignis zum Brand?
Feinmetallabfälle aus Aluminium ohne Kunststoffe mit Magnesiumanteilen aus der Schredderanlage.
5. In dem TV Artikel ist die Rede von Plastik und „sonstigen brennbaren Stoffen“? Lassen sich hierunter ölverunreinigte Metalle fassen?
Siehe Antwort zu Frage 4.
6. Wenn Plastik mit verbrandt ist, kann nicht ausgeschlossen werden, dass Dioxine bzw. Furane entstanden sind. Sie können sowohl in der Luft abgegeben worden bzw. im Feuerlöschwasser in die Umgebung gelangt sein.
Welche Untersuchungen/Analysen bzw. Vorkehrungen sind getroffen, dass diese Belastungen (u. a. fehlen hier noch PAK, PCB und SM- Analysen) auszuschließen sind?
Wie bereits bei Frage 4 beantwortet, waren keine Kunststoffe im Brandgut. Nach hiesiger Kenntnis wurden keine Analysen erstellt.
7. Welche Behörden oder Institutionen wurden hier mit in dieses Verfahren einbezogen?
Siehe Antwort zu Frage 3.
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8. Welche Direktanalysen sind gemacht worden?
Das abfließende Löschwasser wurde in dem Rückhaltebecken gelagert und von der Betriebsleitung am nächsten Tag auf Schadstoffe gemessen. In Absprache mit der SGD Nord (siehe Frage 3) konnte das Wasser in die Kläranlage freigegeben werden.
9. Sind Schadstoffe in den Boden eingedrungen?
Siehe Antwort zu Frage 2.
10. Sind Schadstoffe in der Luft weiter verfrachtet worden und wohin?
Da der Brand von Feinmetallabfällen (ohne Kunststoff) erst mit Löschschaum eingedämmt und in Folge nur mit Wasser gelöscht wurde, entstand nur eine Wasserdampfsäule die fast senkrecht in die Luft führte.
11. Bestehen Bedenken, dass Grundwasser bzw. Oberflächenwasser durch den Brand betroffen sein können?
Siehe Antwort zu Frage 2.
12. Aufgrund der Unterlagen zu den verfüllten Teilen des Hafenbeckens (Standort der Firma Steil) ist zu erkennen, dass die Möglichkeit besteht, dass es zu einem Wasseraustausch von Grundwasser mit der Mosel kommen kann - könnte es hier Schadstoffverfrachtungen geben ?
Der Einsatz war nicht auf dem verfüllten Teil des Hafenbeckens. Dieser Brandeinsatz war in der Firmenanlage zwischen der Straße Am Ostkai 6 und der Mosel.
13. Was ist geplant, um zukünftige Ereignisse solcher Art zu vermeiden?
Von Seiten der Feuerwehr muss bei jeder Gefahrenlage im Rahmen der Gefahrenabwehr reagiert und gehandelt werden. Lt. Produktionsleitung, Herr Dr. Sattlow, war dies kein Normalfall. Das angelieferte Material war falsch deklariert; zusätzliche Kontrollen wurden zugesagt. Lagerflächen werden gering gehalten.
14. Inwieweit ist die Bevölkerung (Ehrang, Pfalzel, Biewer u. a.) in die Verfahrensweise eingebunden?
Im Rahmen der Gefahrenabwehr werden Maßnahmen nach dem bestehenden der Feuerwehr vorliegendem Gefahrenabwehrplan durchgeführt. Dies beinhaltet auch bei einem entsprechenden Gefahrenfall die Alarmierung und Aufklärung der Bevölkerung.
Mit freundlichen Grüßen
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