Antwort zur Anfrage: ADAC-Rallye in Trier
Antwort
vorgetragen von Bürgermeister Georg Bernarding in der Stadtratssitzung am 5. Juni 2007
auf die Anfrage der Stadtratsfraktion Bündnis 90 Die Grünen zur ADAC Rallye Deutschland 2007 in Trier:
Zu Frage 1
Die Rallye steht nicht im Gegensatz zur Glaubwürdigkeit des Engagements der Stadt Trier im Klimabündnis. Es gibt auch andere Kommunen als Mitglied im Klimabündnis, die eine Rallye in ihrem Gemeindegebiet stattfinden lassen. Zudem ist die konkret in Trier vorgesehene Wertungsprüfung im Rahmen der ADAC Rallye Deutschland als temporäres Verkehrsaufkommen im Verhältnis zum Gesamtverkehr zu vernachlässigen.
Dem durch die Veranstaltung entstehenden Ausweichverkehr steht eine Verkehrsvermeidung durch die Bindung von Anwohnern und Zuschauer an das Rallyegeschehen gegenüber.
Die Emissionsbelastung von 300 Durchfahrten der Rallyefahrzeuge auf dem Rundkurs während der Sperrzeit von ca. 20 Stunden steht das Gesamtaufkommen des Individualverkehrs für diesen Zeitraum gegenüber. Von dem allgemeinen Verkehrsaufkommen würde im Vergleich ein vielfaches an Emissionen ausgehen. Keine Erhöhung der Emissionen, sondern eine Reduzierung des Schadstoffausstoßes ist zu erwarten.
Zu Frage 2
Die ADAC Rallye ist Leistungssport auf Weltmeisterschaftsebene. Sie ist in allen Bereichen rechtskonform eingebunden. Deshalb fehlt es bei einem Vergleich mit einem illegalen Autorennen wie Gumball zum Thema „Nachahmungssyndrom“ an einem rationalen Ansatz. Zudem sind Nachahmungswirkungen, wie entsprechende Untersuchungen belegen, sehr differenziert zu betrachten.
Der Veranstalter fördert die Verkehrserziehung und ist sicherlich gerne bereit, ohne eine Verbindung zur Rallye zu sehen, auf kommunaler Ebene tätig zu werden.
Zu Frage 3
Die Verwaltung ist daran interessiert, dass die Rallye in der Stadt Trier und dem Umland veranstaltet wird. Sie trägt zu einem Imagegewinn für unsere Stadt bei. Gleichzeitig gibt sie der regionalen Wirtschaft und dem Tourismus wichtige zusätzliche Impulse.
Eine Veranstaltung von internationalem Interesse anzusiedeln erfordert, da sie nicht zum Nulltarif zu haben ist, auch eigenes Engagement. Deshalb hat die Verwaltung einer Kostenübernahme für bestimmte Teilbereiche der Veranstaltung zugestimmt. Darüber ist der Stadtrat informiert.
Bei Betrachtung der Kosten ist erkennbar, dass es sich um Leistungen handelt, die in der Verwaltung erbracht werden, oder der Stadt wieder zufließen. So ist zum Beispiel der Kostenansatz von 47.600 € für die Miete des Messeparks ein Betrag, der im Etat der Messeförderungsgesellschaft, in der die Stadt Gesellschafter ist, vereinnahmt wird.
Andere Aufwendungen wie Sicherungsmaßnahmen und Beschilderung des Rundkurses mit 20.000 € oder Reinigungsarbeiten sind Leistungen, die in der Verwaltung erbracht werden. Die finanziellen Aufwendungen verbleiben, und sind auch etatisiert, somit im städtischen Haushalt.
Die Kostenansätze für die Herrichtung einer Teilfläche des Messeparks, die Befestigung der moselseitigen Ausfahrt und die Befestigung einer Wiegefläche sind investive Aufwendungen der Messeförderungsgesellschaft. Sie tragen zur Verbesserung und Unterhaltung der Anlage und zur besseren Vermietbarkeit bei. Investive Ausgaben also der Messeförderungsgesellschaft.
Die Aufgabenstellung der Verwaltung ist eine andere als die des ADAC. Es gibt es keine Grundlage, die Finanzen dieser Institutionen in Verbindung zu bringen. Ebenso gibt es keinen Ansatz, die in der Fragestellung erwähnten Einnahmeverluste der Konstantinausstellung, die möglichen Einnahmeverluste, ich kann das nicht verifizieren, als kulturelle Großveranstaltung und Gewinnrücklagen des ADAC mit Bezug auf die Rallyeveranstaltung in einen Zusammenhang zu bringen.
Die Erhebung von Eintrittsgeldern bei solchen Veranstaltungen ist im übrigen gängige Praxis.
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