Antrag

Thema Datum

Recyclingpapier

22.11.06


Antrag: Recyclingpapier


Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
wir bitten folgenden Antrag in die Tagesordnung der öffentlichen Stadtratssitzung am 21. November 2006 aufzunehmen:

Antrag:

Der Stadtrat möge beschließen:

Die Stadtverwaltung wird beauftragt, ihr Beschaffungswesen umzustellen und in Zukunft bevorzugt Recyclingpapier einzusetzen.

Begründung:

Global denken, lokal handeln: auch die Stadt Trier trägt ihren Anteil am weltweiten Papierverbrauch und der damit einhergehenden Umweltzerstörung. Global denken, lokal handeln, ist Motto unserer Trierer Lokalen Agenda 21. Wir sollten dieses Motto auch im Handeln der Stadtverwaltung berücksichtigen. Das Beschaffungswesen bietet hierfür zahlreiche Ansatzpunkte, die zudem kostengünstig sind bzw. wie im Fall des Recyclingpapiers zu Einsparungen führen.

Durch mehrere Anfragen an die Stadtverwaltung konnte unsere Fraktion in Erfahrung bringen, dass sich in den letzten 10 Jahren der Gesamtpapierverbrauch der Stadtverwaltung Trier gesteigert, der Anteil an Recyclingpapier jedoch stark zurückgegangen ist. Wurde 1995 pro 15 Blatt Recyclingpapier DIN A4 noch ein Blatt Weißpapier verwendet, veränderte sich dieses Verhältnis bis zum Jahr 2005 dramatisch: auf ein Blatt Recyclingpapier kommen nun 6 Blatt Weißpapier (Abbildung „Papierverbrauch“ in der Anlage).


Die Kosten:
Aus den Ergebnissen der Anfrage wird ersichtlich, dass die Nutzung von Recyclingpapier keineswegs zu erhöhten Kosten führt. Im Gegenteil, ein verstärkter Einsatz von Recyclingpapier würde sogar zu erheblichen Einsparungen im Beschaffungswesen führen (Abbildung „Kosteneinsparung“ in der Anlage).

Die Kopiergeräte:
Die Stadtverwaltung begründet den Rückgang des Anteils an Recyclingpapier damit, dass es „ungeeignet“ sei für viele städtische Drucker und Kopierer. Erstaunlich und nicht nachvollziehbar ist diese Argumentation, da sich offenbar in anderen Verwaltungen und Betrieben diese Probleme nicht stellen. Tests, z.B. von der Bundesanstalt für Materialprüfung (BAM) und die Erfahrungen von Großverbrauchern, wie z.B. der Deutschen Post oder der Finanzverwaltung NRW (mit 460 Kopiergeräten und 27 Millionen Recyclingkopien), haben die Eignung von Recyclingpapieren für Kopiergeräte belegt (Bundesverband für Umweltberatung 2006).

Fazit:

Da wir somit die beiden Argumente Kosten und Kopiergeräte als entkräftet ansehen, beantragen wir die Umstellung des Papier-Beschaffungswesens der Stadt Trier vom derzeit eingesetzten chlorfrei gebleichten Papier auf Recyclingpapier. Die Stadt könnte sich dadurch auch der Initiative 2000 plus anschließen, der bereits Trierer Schulen und die Universität Trier gefolgt sind – ohne, dass irgendwelche Nachteile für Kopierer bekannt geworden wären.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Matatko


Anlage: Tabellen Stadtverwaltung (Excel-Datei, 24 kb)


Abstimmung: positiv einstimmig beschlossen


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