ThemenAntrag

Thema Datum

Nahverkehrsplan Stadt Trier

02.08.06


Antrag: Nahverkehrsplan Stadt Trier


Sehr geehrter Herr Dietze,

wir bitten darum, folgende Anträge zum Nahverkehrsplan zusammen mit dem Tagesordnungspunkt „Beratung des Nahverkehrsplans“ in der Sitzung des Dezernatsausschusses V am 07.09.2006 zu behandeln:


Antrag 1
Datengrundlage Einwohnerprognose / Altersstruktur
(zu Seite 5 des NVP)

1.
Anstatt einer festgesetzten Einwohnerzahl für die nächsten Jahre ist mit Mindest- und Maximalzahlen als Datengrundlage zu arbeiten und die Spannweite der Veränderungen aufzuzeigen.
2.
Potentielle Auswirkungen der Zweitwohnungssteuer auf die Einwohnerzahl sind zu berücksichtigen.
3.
Altersstrukturen und die damit zusammen hängenden unterschiedlichen Bedürfnisse der EinwohnerInnen sind bei der Nahverkehrsplanung zu berücksichtigen.

Begründung zu Antrag 1
Die Stadt Trier verwendet bei verschiedenen Planungsvorhaben verschiedene Prognosen. Unabhängig davon, ob die Gesamtzahl der Einwohner in den nächsten Jahren konstant bleibt oder nicht, wird sich die Alterszusammensetzung ändern, mit einer Verschiebung des Durchschnittsalters nach oben. Auf die Bedürfnisse der älteren Bevölkerung geht der NVP in seiner derzeitigen Fassung nicht ein. Auch die angeblich positiven Auswirkungen der Zweitwohnungssteuer werden komplett vernachlässigt. Hier sind Ergänzungen des bisherigen Entwurfes vorzunehmen.



Antrag 2
Anschlusssicherung Bus / Bahn
(zu Seiten 11 und 22 des NVP)

1.
Anstatt die Anschlusssicherung als gut zu beurteilen, wird als Ziel der Nahverkehrsplanung eine bessere Anschlusssicherung formuliert. Dazu sind Gespräche zwischen den entsprechenden Beteiligten zu führen.
2.
Anschlussabstimmungen sind grundsätzlich nicht nur zu prüfen, sondern bei Neueinrichtungen oder Änderungen von Linienführungen ein Muss.

Begründung zu Antrag 2:
Die Anschlusssicherung am Hbf ist keineswegs „meistens“ gegeben. Die Abstimmung zwischen Bus und Bahn ist mangelhaft, auch bei Problemen wie „Bahn kommt nachts zu spät an“: Busse warten manchmal, manchmal auch nicht: es gibt kein einsichtiges Konzept, der Fahrgast kann sich auf nichts verlassen.



Antrag 3
Petrisberg
(zu Seite 23 des NVP):

Das Quell- und Zielgebiet „Petrisberg“ wird der Relationskategorie I zugeordnet.

Begründung zu Antrag 3:
Neben dem Wohn- und Gewerbegebiet Petrisberg sind auch der Campus II sowie die dortigen Studierendenwohnheime als eine Erschließungseinheit zu betrachten. Aufgrund der starken ÖPNV-Nachfrage in diesem Bereich (zumal mit weiterem Wachstum im Gültigkeitszeitraum des neuen NVP zu rechnen ist), sollen als Maßstab die Kriterien der Kategorie I dienen.



Antrag 4
Anbindung Feyen / Weismark
(zu Seiten 8f. und 19f. des NVP)

Es ist für die Anbindung von Feyen / Weismark eine Lösung zu ermitteln, bei der eine Anbindung im 20-Minuten-Takt erfolgt. Über die Aufnahme dieser Lösung und die Prioritätensetzung bei der Umsetzung entscheidet abschließend der Stadtrat.

Begründung zu Antrag 4:
Die vorgeschlagene Lösung ist keine zufriedenstellende Lösung der Erschließung von Feyen / Weismark, eine Vertaktung und somit Nutzerfreundlichkeit ist nicht zu erkennen. Ziel sollte der 20 Minuten-Takt sein.



Antrag 5
Luxemburg
(zu Seite 25 des NVP)

Die Stadtverwaltung möge einen Vorschlag zur Luxemburg-Anbindung erarbeiten in Kooperation mit der Stadt Luxemburg, Arbeitgebern der PendlerInnen (Runder Tisch „Mit dem ÖPNV zur Arbeit im Ländle“). Diese Arbeitsgruppe ist als Maßnahme zu einer angestrebten Verbesserung der Luxemburg-Anbindung in den NVP aufzunehmen.

Begründung zu Antrag 5:
Die Verbindung nach Luxemburg ist keineswegs als ausreichend anzusehen, gerade in den Abendstunden gibt es zu wenige Verbindungen z.B. vom Kirchberg nach Trier. Daher soll eine Arbeitsgruppe gebildet werden, die sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzt. Es war auch Forderung des Bürgerforums Mobilität, die Luxemburg-Anbindung zu verbessern und den Pendler-Modal Split zu Gunsten des ÖPNV zu verändern.



Antrag 6
Erreichbarkeitsanalyse
(zu Seite 7f. des NVP)

Die Erreichbarkeitsanalyse hat zu differenzieren in Normal- und Sternverkehr.

Begründung zu Antrag 6:
Auf Seite 8 oben des Entwurfs ist zu lesen, dass die Erreichbarkeit der City von allen Stadtteilen in 20 Minuten gegeben sei. Somit werden an dieser Stelle keine Mängel gesehen. Betrachtet man den Sternverkehr, so werden die 20 Minuten jedoch bei diversen Stadtteilen, z.B. Irsch, überschritten.



Antrag 7
Festsetzung der Schwellenwerte

Für den nächsten Nahverkehrsplan und andere Mobilitätskonzepte hat der zuständige Ausschuss eine Diskussion darüber zu führen, welche Schwellenwerte für die Stadt Trier bei der Bewertung des ÖPNV in Kategorien wie Bedienungshäufigkeit, minimalen zu bedienenden Einzugsbereichsgrößen etc. gelten sollen. Hierfür sind von der Stadtverwaltung auf Grundlage bestehender gesetzlicher Regelungen und der Praxis anderer Städte Diskussionsgrundlagen aufzubereiten.

Begründung zu Antrag 7:
Vermehrt ist im NVP-Entwurf die Rede von „Nachfrage nicht groß genug“ etc. Aber: der Stadtrat hat nie entschieden, wann die Nachfrage groß genug ist, und wie viel Geld ihm ggf. nicht wirtschaftlich zu betreibende Linien wert sind.



Mit freundlichen Grüßen

Anja Matatko
(verkehrspolitische Sprecherin)


Abstimmung: negativ Mehrheitlich abgelehnt


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