Anfrage: Planungsänderung Simeonstift
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,
bei der letzten Sitzung der Baubegleitenden Kommission „Umbau und Erweiterung Städtisches Museum Simeonstift“ am 28.09.2006 hat die Verwaltung die Kommissionsmitglieder darüber informiert, dass die beiden Torbögen des öffentlichen Durchganges vom Simeonstiftplatz in den „Brunnenhof“ mit Glaskonstruktionen geschlossen werden sollen. Damit soll dem Wunsch des Haupt-Betreibers entsprochen werden. Die Kommission hatte sich mehrheitlich gegen die Schließung des Durchganges positioniert.
Nach unserer Auffassung ist der öffentliche Durchgang vom Simeonstiftplatz durch den Westflügel des Simeonstift in den „Brunnenhof“ für Trierer und Touristen als Zugang zum Städtischen Museum, zur Porta Nigra und zur Simeonstraße von großer Bedeutung. In den Planunterlagen, die der Baukommission vorgelegt wurden, war der Durchgang stets als „Außenbereich“ gekennzeichnet. Dies war dem Betreiber der Gastronomie von Anfang an bekannt. Mit der nun vorgestellten Planungsänderung erhält der Durchgang einen halb- bis nichtöffentlichen Charakter, der ihn stärker dem Gastronomiebereich als Verkehrszone zwischen Bestuhlung, Theke und Küche zuweisen würde.
Wenn diese Planungsänderung realisiert würde, befürchten wir negative Auswirkungen auf die Besucherzahlen des Städtischen Museums und der Tourist-Information, da die vom Simeonstiftplatz kommenden Besucher vermehrt um das Simeonstift geführt und nicht mehr den direkten Weg durch den Brunnenhof wählen würden.
Wir bitten Sie daher, folgende Fragen im öffentlichen Teil der Stadtratssitzung am 02. November 2006 zu beantworten.
Teilen Sie unsere Auffassung, dass in der vom Stadtrat eingesetzte Baubegleitenden Kommission sämtliche grundlegenden Änderungen der Planung und Kostenentwicklung besprochen und einvernehmlich abgestimmt werden sollen?
Wenn ja, wie bewerten Sie bei dem oben beschriebenen Sachverhalt die Tatsache, dass sich die Kommission gegen die Planungsänderung positioniert hat? Hat dies Einfluss auf das Handeln der Stadtverwaltung?
Wer hat von Seiten der Stadtverwaltung die Vertragsverhandlungen mit dem Haupt-Betreiber geführt und wurden bereits vertragliche Vereinbarungen getroffen?
Wie wird die Planungsänderung zugunsten des Gastronomie-Betreibers von Seiten des Städtischen Museums und der Tourist-Information bewertet? Werden hierdurch negative Auswirkungen auf die Besucherzahlen befürchtet?
Wurde die obere Denkmalpflegebehörde über die vorgesehene Planungsänderung vor dem 28.09.2006 informiert? Wie wird von ihr die Verglasung der beiden Torbögen bewertet?
Wenn die vom Gastronomiebetreiber gewünschte Planungsänderung realisiert würde, entstünden Mehrkosten (Verglasungsarbeiten, evtl. Versetzen der vorhandenen Treppe usw.). Von wem sollen diese Mehrkosten getragen werden?
Mit freundlichen Grüßen
i.A. Anja Matatko
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