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Bahnverbindung zwischen Trier und Thionville

24.05.05


Antwort zur Anfrage "Bahnverbindung zwischen Trier und Thionville"


Beigeordneter Dietze beantwortete die Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 10.05.2005 zum Thema "Grenzüberschreitende Schienenverbindung Trier-Thionville" wie folgt:

Frage 1:
Sind der Verwaltung Überlegungen im SPNV-Zweckverband Nord bekannt, die Bahnstrecke Trier-Thionville im Personenverkehr wieder grenzüberschreitend zu betreiben?

Antwort zu 1.:
Ja!


Frage 2:
Hat die Verwaltung in der Vergangenheit Initiativen ergriffen mit dem Ziel der Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf dieser Bahnstrecke?

Antwort zu 2.:
Träger des Schienenpersonennahverkehrs auch im grenzüberschreitenden Verkehr ist der Zweckverband SchienenPersonenNahVerkehr Rheinland-Pfalz Nord. Die Stadt Trier ist Mitglied dieses Zweckverbandes und bringt ihre Planungsvorstellungen in die Diskussion dort ein. Daneben gibt es verschiedene informelle Initiativen, um den grenzüberschreitenden Verkehr wieder einzurichten; so auf der Ebene von Quattropole.

Frage 3:
Ist der Verwaltung bekannt, dass in anderen Teilen des Landes Rheinland-Pfalz grenzüberschreitende Bahnverbindungen (z. B. Wörth-Lauterbourg) erfolgreich wieder für den Personenverkehr in Betrieb genommen wurden, obwohl dort die infrastrukturellen Voraussetzungen schlechter sind als auf der Bahnstrecke Trier-Thionville?


Antwort zu 3.:

Ja!


Frage 4:
Verfügt die Verwaltung über Potenzialanalysen für diese Bahnstrecke unter Einschluss des Nahverkehrs, des Regionalverkehrs und des Fernverkehrs?

Antwort zu 4.:
Nein! Umfassende Daten liegen nicht vor. Das Bestreben des SPNV Nord besteht darin, gemeinsam mit den anderen Aufgabenträgern (aus dem Saarland und Lothringen) ab Sommer 2006 mit einem Betrieb an Samstagen und Sonntagen mit jeweils zwei gegenläufigen Fahrtenpaaren vorerst für die Dauer von zwei Jahren zu beginnen. Dies ist das Ergebnis einer Projektkonferenz, die am 11. Mai diesen Jahres stattfand, in der auch das weitere Verfahren besprochen wurde. Dabei werden u.a. Projektanträge für die beiden INTEREG-Projektgebiete gestellt. Wesentliche Ziele des Projektes und im Projektantrag ausgeführt sind u.a.:
Verbesserung der grenzüberschreitenden Mobilität im Grenzraum
Stärkung der Städtepartnerschaft zwischen Trier und Metz
Stärkung des länderübergreifenden Städtenetzes Quattropole
Unterstützung des Städtetourismus in den Städten Metz und Trier


Frage 5.:
Wie würden sich nach Erkenntnissen der Verwaltung die Fahrtzeiten bei einer Wiederinbetriebnahme zwischen Trier und Metz verändern?

Antwort zu 5.:
Die Fahrzeit zwischen Trier und Metz könnte auf ca. 1:30 bis ca. 1:45 (vorläufige Fahrplandaten) reduziert werden (bisherige Fahrzeit mit der Bahn über Luxemburg (bzw. Saarbrücken) beträgt je nach Fahrtlage zwischen 1:50 und 2:55).


Frage 6:
Teilt die Verwaltung die Auffassung, dass – in Anbetracht der Lage der Stadt Trier in einem zusammenwachsenden Europa – eine funktionierende grenzüberschreitende Verkehrsinfrastruktur unter Einschluss des Schienenverkehrs im städtischen Interesse liegt.

Antwort zu 6.:
Ja! Dies gilt besonders auch für die Schienenverkehrsverbindung nach Luxemburg. Dazu hat der Oberbürgermeister zahlreiche Initiativen ergriffen. So auch Premierminister Jean Claude Junker angeschrieben, mit der Bitte, diese Frage bei den zwischenstaatlichen Konsultationen anzusprechen. Premierminister Junker hat mit Schreiben vom 10 Mai 2005 mitgeteilt, dass dieses Thema im Herbst Gegenstand gemeinsamer Beratungen der luxemburgischen Staatsregierung und der rheinland-pfälzischen Landesregierung sein wird.


Zusatzfrage des Ratsmitgliedes Frau Matatko:

Herr Dietze, noch einmal zu Frage 2, Sie hatten gesagt, dass die Stadt Trier ihre Vorstellungen in den SPNV als Mitglied dort einbringt. Unsere konkret Frage war ja gewesen, ob sie dort Initiativen einbringt mit dem Ziel der Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf der Bahnstrecke Trier- Thionville.

Beigeordneter Dietze:
Ich habe die Frage akustisch nicht ganz verstanden.

Ratsmitglied Frau Matatko:
Sie hatten allgemein geantwortet, dass die Stadt Trier im SPNV ihre Vorstellungen einbringt. Es ging uns aber darum zu erfahren, ob die Stadt Trier in diesem Gremium ihre Vorstellungen einbringt, die das Ziel haben, den Personennahverkehr auf der Bahnstrecke Trier-Thionville wieder aufzunehmen.


Antwort des Beigeordneten Dietze:

Das, was an Initiativen durch die Stadt ergriffen wird, wird jeweils sozusagen auch dem Schienenzweckverband mitgeteilt. Es gab – wenn Sie definitiv fragen – keinen besonderen Antrag der Stadt Trier im Gremium des Zweckverbandes, sondern es ist uns bekannt, dass der Schienenzweckverband diese Frage insgesamt aufgreift. Insoweit war ein besonderer Antrag von uns nicht erforderlich.
Und was den weiteren Ausbau des Verkehrs betrifft, so ist die Zielsetzung des Zweckverbandes über diesen Einstieg mit dem Wochenendverkehr, sozusagen die Akzeptanz der Linie zu finden, die technische Realisierbarkeit umzusetzen und trotzdem mit einem kalkulierbaren finanziellen Anteil hineinzugehen, weil insgesamt für eine solche Strecke ungefähr 40.000 – bei Samstag- und Sonntagverkehr und gegenläufigem Fahrplan – Fahrplankilometer gefahren werden müssen, mit einem ca. Kostenaufwand von 400.000 Euro, die von den Projektpartnern finanziert werden müssen bzw. über EU-Mittel teilweise bezuschusst werden können.


Peter Dietze, Beigeordneter


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