Antwort zur Anfrage "Entwicklung der Grünbestandes in der Stadt Trier"
Anlage zur Niederschrift über die Sitzung des Steuerungsausschusses am 13.07.2005
Beigeordneter Dietze beantwortete die Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen vom 05.07.2005 zur „Entwicklung des Grünbestandes“ wie folgt:
Frage 1:
a) Welche Datenerhebung liegt der Aussage des Baudezernenten zu Grunde?
b) Wie oft und mit welcher Methodik werden die Daten erhoben?
Antwort zu Frage 1:
Ich habe mich im Zusammenhang mit dem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Baumschutzsatzung bei meiner Aussage, dass sich seit 1996 der Grünbestand der Stadt positiv entwickelt hat, nicht auf eine zu dem Zeitpunkt konkret vorliegende Datenerhebung bezogen, sondern es war vielmehr eine Gesamteinschätzung.
Bei den Baumaßnahmen, wo im Grunde die Grünflächen ausgewiesen werden, liegen Ergebnisse, Abrechnungen und Vermessungen vor. Wenn diese Neubaumaßnahmen abgerechnet werden und in die Unterhaltungslast der Stadt fallen, dann werden sie mengen- und größenmäßig erfasst und das geschieht regelmäßig zum Jahresende. Dann wird der Bestand der zu unterhaltenden öffentlichen Grünflächen aktualisiert.
Frage 2:
Wie ist die Veränderung des Grünbestandes seit 1996 im Verhältnis zur Gesamtfläche der Stadt zu beziffern? (bitte Angabe in absoluten Zahlen und Prozent)
a) Talstadt
b) Höhenstadtteile
c) Gesamtstadt
Antwort zu Frage 2:
Für den Bestand, den wir 1996 hatten und für den, der von 1996 bis 2005 hinzugekommen ist, haben wir keine gleiche Berechnungsmethode, so dass ich nur eine Aussage geben kann, wie viele Grünflächen seit 1996 insgesamt entstanden sind. Das ist in der Aufteilung auf die Talstadt, die Höhenstadtteile und die Gesamtstadt wie folgt festzuhalten:
In der Talstadt haben wir eine Zunahme der Grünflächen um 5,9 ha, in den Höhenstadtteilen um 3,8 ha und in der Gesamtstadt um 9,7 ha.
Was an Bäumen gepflanzt wurde, die gesondert ausgewiesen sind, waren es in der Talstadt rd. 560 Bäume und in den Höhenstadtteilen rd. 640 Bäume, also rd. 1.200 Bäume. Hinzuzurechnen sind noch 450 Bäume, die außerhalb von Neubaumaßnahmen innerhalb des gesamten Stadtgebietes in diesem Zeitraum gepflanzt wurden. Weiter kommt hinzu, dass rd. 19 ha Grünflächen neu geschaffen wurden, teilweise in der Funktion der Regenwasserversickerung in Verbindung mit der Landesgartenschau. Nicht eingerechnet sind dabei die Flächen, die zum Zeitpunkt der Errichtung der Landesgartenschau bereits Grünflächen oder Biotope waren.
Zu diesem Gesamtthema gehören auch die Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die jeweils eine Aufwertung des Grünbestandes bedeuten. In diesem Zeitraum hat es einen Flächenzuwachs von rd. 14 ha gegeben. Damit war der Flächenzuwachs insgesamt aller Grünflächen in dem genannten Zeitraum rd. 43 ha.
Frage 3:
a) Welche Informationen sollen im zukünftigen Baumkataster abgespeichert sein, wem wird es zugänglich sein und ab wann?
b) Bestehen Konzepte der Grünflächenentwicklung für die nächsten Jahre? Wenn ja, wie lauten sie und wie wird ihre Einhaltung überprüft?
Antwort zu Frage 3:
Ich hatte ja erläutert, dass wir eine Gesamterfassung des Baumbestandes haben. Das ist auch notwendig für die gesamte Baumpflege. Dies muss überführt werden in ein Kataster, das fortgeschrieben werden kann und eine größere Zahl von Merkmalen enthält, wie etwa den genauen Standort, die Baumart, die Größe, den Zustand, die Pflegemaßnahmen und die jeweiligen Zeitpunkte, wann die Bäume auf Standfestigkeit und Gesamtzustand überprüft wurden. Die allgemein gültigen Informationen stehen dann den entsprechenden städtischen Ämtern zur Verfügung, die im Bereich Planung, Bau und Unterhaltung tätig sind. Detaillierte Auswertungen, was die Pflegemaßnahmen usw. betrifft, bleiben dem Fachamt vorbehalten. Es ist vorgesehen, dass die Mittel für ein Fachprogramm mit der entsprechenden Datenbankanwendung im kommenden Doppelhaushalt eingeplant werden, so dass dann eine Beschaffung möglich ist.
Zur Gesamtplanung der Grünflächenentwicklung ist darauf zu verweisen, dass die Grünflächenentwicklung innerhalb des Gesamtstadtgebietes Gegenstand der Fortschreibung und Neuaufstellung des Flächennutzungsplanes ist. Hier geht es insbesondere um die Bedeutung der Flächen für das Stadtklima und die Naherholung. Die entsprechenden Ausarbeitungen werden allerdings nur die Grundzüge der städtebaulichen Planung umfassen, nicht einzelne Baumbestände oder Grünbestände. Zusätzlich ist in dem Zusammenhang darauf hinzuweisen, dass im Zukunftskonzept Trier 2020 als ein Visionsbaustein formuliert ist, dass Trier eine Stadt mit hochwertiger Landschaftsqualität ist. Dies ist das erste Mal, dass in den grundsätzlichen Zielsetzungen der Stadt diese Thematik so ausgeführt wird. Einzelne Projekte der Weiterentwicklung sind genannt und in der Textfassung zu diesem Konzept sind einzelne Zielsetzungen formuliert.
Frage 4:
Wird die Entwicklung des Grünbestandes mit anderen Ressorts abgestimmt? Wenn ja, welche Ämter werden in die Grünflächenplanung einbezogen?
Antwort zu Frage 4:
Die mit der Grünflächenentwicklung befassten Ämter werden eingebunden. Dies sind im Wesentlichen die jeweiligen Fachämter, die sich mit Planungsfragen befassen. Bei Ausgleichsmaßnahmen werden natürlich auch private Eigentümer oder auch die Forstverwaltung entsprechend eingeschaltet.
Zusammenfassend ist zu sagen, dass wie die Zahlen belegen die Aussage nicht falsch war, dass sich der Grünbestand seit 1996 in der Stadt positiv entwickelt hat.
Zusatzfrage des Ratsmitgliedes Frau Britz:
Habe ich das hinsichtlich der Fragen 1 und 2 richtig verstanden, dass ihre Einschätzung darauf basiert, dass lediglich die Grünflächen der Neubauflächen zu Grunde gelegt worden sind und die bestehenden Grünflächen nicht mit einbezogen worden sind?
Außerdem ist nur die Zahl der neu gepflanzten Bäume erwähnt worden, nicht aber die Zahl der gefällten Bäume.
Antwort des Beigeordneten Dietze:
Ich habe Ihnen in meiner Aufstellung nicht genannt, wie viele Bäume gefällt wurden. Das sind jährlich zwischen 25 und 30. Das Grünflächenamt gibt diese Zahl bekannt und stimmt mit den Ortsvorstehern ab, wo notwendige Fällmaßnahmen sind. In der Bilanz überwiegt bei Weitem die Neupflanzung.
Sie haben in Ihrer Anfrage gesagt, dass viele öffentliche Grünflächen wegfallen, die innerstädtisch versiegelt werden. Es ist richtig, dass in Teilen, wo z.B. ein hoher Parkplatzdruck ist, bspw. Vorgartenflächen umgewandelt werden. Um einen einfachen Vergleich zu haben: nehmen Sie die ganze Tarforster Höhe, die reines Ackerland war. Alle nicht bebauten Flächen sind neu entwickelte Grünflächen. Wenn man mit dieser Bilanzierung anfängt, spielt Ihre Frage nur eine Rolle, wenn kleinklimatisch einzelne Bereiche betrachtet werden und dann die Frage gestellt werde, ob der Grünbestand in der Talstadt vor dem Hintergrund der klimatischen Situation ausreichend ist.
In der Bilanz kann man ohne Zweifel sagen, dass durch die Neubaugebiete, die insbesondere auf Ackerflächen entstanden sind, erhebliche Grünflächen hervorgegangen sind.
Weitere Zusatzfrage des Ratsmitgliedes Frau Britz:
Wir haben ja nicht umsonst gesondert nach der Talstadt gefragt und an der Antwort vermisse ich schon sehr, dass der Saldo nicht gezogen wurde. Da trifft ja Ihr Argument der Neuschaffung von Bauflächen nicht zu. Insofern ist diese Frage nicht beantwortet.
Antwort des Beigeordneten Dietze:
Es ist so, dass wir nicht alles beantworten können, was Sie fragen. Wir können uns bemühen, wenn Sie das beantwortet haben wollen eine detaillierte Erhebung zu machen. Eine solche liegt bislang nicht vor und sie ist mit erheblichem Aufwand verbunden. Wir können gerne im Fachausschuss darstellen, welchen Aufwand es bedeutet, eine so detaillierte Erfassung durchzuführen.
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