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Stadtrat: Reden

„Brot und Spiele"

14.12.2010


Rede zu „Brot und Spiele"
von Uschi Britz


Ich möchte meine Rede in zwei Teilen halten:


1. Der organisatorische und finanzielle Aspekt

Die Verlegung der Veranstaltung in den Herbst sehe ich aus touristischer Perspektive eher kritisch:

Es ist klar und wurde auch so von der Vertreterin des Hotel- und Gaststättenverbandes gesagt: Im Herbst - was die Hotelbelegung betrifft - ist sowieso die stärkte Zeit .

Dass heißt unter dem Tourismusaspekt ist die Veranstaltung keine „Bringer“, sondern ein weiteres Angebot für die anwesenden Gäste in Stadt.

Allerdings werden eher Familien – bisher die Hauptzielgruppe – wegen der schulpflichtigen Kinder weniger zu einer Anreise motiviert.

Die Auslastung der Aufführung an zwei Wochenenden muss man abwarten;
es ist sicher ein Risiko für die Stadt und die Medienfabrik.

Das Budget weitet sich um 100.000 Euro aus; der Zuschuss der Stadt bleibt gleich mit 50.000,- Euro;

allerdings verlangt das Land einen Rückfluss seiner Subvention, indem es und das ist neu – von jeder gekauften Eintrittskarte 30 Cent wiederhaben will;

ebenso gehen 30 Cent jeder Karte als Tantiemen an den Autor.
Diese neuen Ausgaben betragen etwa 8000,- Euro.



2. Die inhaltliche und kulturpolitische Aspekt

Die Veranstaltung in den Kaiserthermen mit den vielfältigen Angeboten, die Begegnung mit antikem Handwerk und auch die Zusammenarbeit mit dem Landesmuseum ist zu begrüßen und wertet die Veranstaltung insgesamt positiv auf.

Die Aufführungen im Amphitheater halte ich allerdings nach kulturpolitischen Kriterien für nicht förderwürdig.

„Herkules und die Königin der Amazonen“ nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen Abenteuerfilm von 1958.

Die Spiele vermitteln weder ein annähernd realistisches Bild der Antike, noch geht davon irgendeine künstlerische Qualität aus.
Natürlich finden sie ihr Publikum, aber gerade in Zeiten klammer Kassen muss eine strenger Kriterienkatalog angelegt werden, was aus dem Kulturhaushalt zu fördern ist.


Meine Damen und Herren, gestatten Sie mir noch folgende Anmerkung:

Stellen sie sich ein Szenario an der Berliner Mauer vor, ein Theaterstück „Flucht in die Freiheit“: Das Publikum entscheidet, wer erschossen wird und wem die Flucht gelingt.

Es ist für mich ein absurdes und perverses Spiel, die Tötungsrituale aus Zeit der Römer heute aus Spaß zu wiederholen: das Publikum soll bekanntlich am Ende der Kämpfe im Amphitheater abstimmen, welcher Kämpfer getötet wird und wer weiterleben soll.


Letzte Nachricht:

Die im Kulturausschuss von der Medienfabrik angekündigte internationale Hauptdarstellerin Katy Karrenbauer aus der soap „Hinter Gittern – Der Frauenknast hat als Kandidatin fürs RTL-Dschungelcamp „ Ich bin eine Star holt mich hier raus“ zugesagt.
Das berichtet Bild in der heutigen aktuellen Ausgabe.
Veranstalter in Trier ist übrigens das Kulturbüro.


Die Fraktion wird unterschiedlich abstimmen.



Uschi Britz
Bündnis 90/Die Grünen



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