Rede zu „Einstellungen Jugendamt"
von Christiane Wendler
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren
Im Jugendamt mehr Personal einzustellen, ist schon seit langem notwendig. Die hohe Anzahl der Fälle pro Sachbearbeiter wirkt sich negativ auf deren Bearbeitung aus. Die ständige Überlastung der Mitarbeiter führte zu vermeidbaren Krankheitsfällen. Zudem ist es ihnen unmöglich geworden, die Hilfen wirklich bedarfsgerecht zu verteilen, weil für eine genaue Betrachtung des Einzelfalles schlicht nicht genügend Zeit blieb. Das führte seitens der Betroffenen zu der Auffassung, hier werde willkürlich gehandelt. Gerade in einem so sensiblen Bereich wie den Hilfen zur Erziehung ist ein solcher Zustand nicht akzeptabel.
Es ist lobenwert, dass die Einstellung neuer Mitarbeiter unabhängig von Schreckensmeldungen in den Medien gemacht wird. Die von der ism erstellte Grundlagenforschung gibt uns eine solide Basis.
Ob die Kosten der Einstellung durch den anderen Umgang mit Hilfen ausgeglichen werden können, muss sich erst noch zeigen. Wahrscheinlich werden wir das nicht feststellen, weil die Fallzahlen ebenso kontinuierlich steigen werden wie in der Vergangenheit. Selbst wenn keine Einsparungen gemacht werden könnten, sähen wir uns gezwungen, Personal einzustellen. Wir können unsere Sparmaßnahmen nicht zulasten der betroffenen Kinder und Sachbearbeiter durchführen. Deshalb erwarten wir von den Sachbearbeitern nicht, dass sie einen Blick auf die Ausgaben der Verwaltung haben. Wir erwarten von ihnen eine sachgerechte Bearbeitung ihrer Fälle. Dabei werden von ganz alleine die Kosten eingespart, die in der Vergangenheit nicht zielführend ausgegeben wurden.
Den Änderungsantrag von Frau Werner lehnen wir ab, da noch nicht feststeht, ob die vier zusätzlichen Stellen dauerhaft benötigt werden. Wir gehen davon aus, dass die Verwaltung uns in einem solchen Fall rechtzeitig beachrichtigen wird. Selbstverständlich werden wir dann eine dauerhafte Einstellung befürworten. In der jetzigen Haushaltslage ist eine solche ohne gesicherte Daten jedoch unverantwortlich.
Christiane Wendler
Bündnis 90/Die Grünen
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