Rede zum Bündnis-Antrag
„Kulturelle Teilhabe für alle und Anreizstrategien für ein neues Publikum
beim Stadttheater Trier"
von Uschi Britz
Einige Punkte ergänzend von uns zum Bündnis-Antrag:
Es wird ja immer wieder geschrieben: Viele Länder beneiden uns um unseren hoch subventionierten Theaterbetrieb.
Das war ja nicht immer selbstverständlich.
Wir erinnern an die Opernbühne die nur an den Fürstenhäusern gepflegt wurde
Und an die Bühne der „fahrenden Theaterleute“ die auf einem Podest oder in Wirtshaussälen gastierte -
Wir erinnern an die erste „Stehende Bühne“, deren Konzeption und Auftrag Lessing in der Hamburger Dramaturgie niedergeschrieben hat.
Theaterbühne nun auch als Bühne gesellschaftlicher Diskurse: Er hat es mit Emilia Galotti vorgemacht.
Ermöglicht werden diese Diskurse heute mit Steuergeldern:
An denen alle Mitbürger im Verhältnis zu ihren Möglichkeiten teilhaben.
Und gerade deshalb muss das Haus auch allen die Chance geben teilzuhaben eben im Rahmen dieser Möglichkeiten.
Wir haben den Eindruck auch aus vielen Gesprächen - dass dies nicht der Fall ist.
Was tun?
Es gibt im Theater Platzkontigente die nur marginal wahrgenommen werden.
Ein Platz wird mit über 100 Euro subventioniert; es ist ein Schaden, wenn er nicht besetzt wird.
Wir wollen ein neues Angebot schaffen mit einer sehr günstigen Platzkategorie -
Und wir schaffen Wahlfreiheit dieses Angebot anzunehmen.
Was tun?
Ein Angebot für „last-minute Tickets“ ist bis jetzt nur für Schüler und Studierende verfügbar.
Schade denn dieses Angebot sollte offen für alle Interessierten, die bereit sind auch mal ein Risiko einzugehen.
Wir erweitern damit ein bestehendes Marketing-Instrument und wollen das Haus öffnen.
Diese Wahlfreiheit ist uns wichtig:
Allerdings - Möglichst keine neue Hürden und Ausweispflichten schaffen
weder für das günstige Platzkontigent noch die last-minute-Angebote.
Wir als Grüne verwenden auch bewusst nicht den Begriff der „Bildungsferne“.
Bildung ist oft nur terminiert als „Wissensbildung“.
Wir respektieren die „Lebensbildung“ manch einer älteren Mitbürgerin oder Mitbürgers.
Bildung eben im Sinne Humboldts:
Die Chance der Ausbildung aller Sinne und Anlagen.
Ein erster Schritt: Ein offenes Haus, ein Aufenthaltsort, ein Platz des künstlerischen Diskurses und Austausches - eben für alle die wollen.
Alle Theatergäste ob mit große, oder kleinen Geldbeutel - - ob spontan oder im Abonnement - bereichern unsere Kulturszene.
Uschi Britz
Bündnis 90/Die Grünen
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