ADAC-Rallye: "Milchmädchenrechnung" und "Luxusproblem"
„Trier verdient gut am Motorendonner... aber bei weitem nicht soviel, wie Dezernent Thomas Egger glauben macht“, sagt der wirtschaftspolitische Sprecher der Grünen Stadtratsfraktion Richard Leuckefeld.
Leuckefeld weiter: Die Interpretation der Zahlen durch die Verwaltung ist eine Milchmädchenrechnung. Mit oder ohne Rallye gibt es eine Vollauslastung der Trierer Hotels im Sommer. Dies bestätigte auch eine Umfrage bei den Hoteliers der Region im Jahr als keine Rallye statt fand. Der TV veröffentlichte seinerzeit das Ergebnis, dass kein messbarer Belegungsrückgang festzustellen war.
Dies deckt sich auch mit der Aussage von TIT-Geschäftsführer Becker, der betont das Trier ein „Luxusproblem“ im Sommer hat. „Wir haben nicht zu wenig Touristen im Sommer, wir haben zuwenig freie Zimmer“ so Becker im Ausschuss.
So relativieren sich nach Ansicht der Grünen die Einnahmen von 1,3 - 1,4 Mill. € schnell nach unten: Die Rallye bringe also nicht mehr Übernachtungen, sondern nur eine andere Besuchergruppe.
Anders sehe es bei den Tagesgästen der Rallye aus. Sie entsprechen ca. 35 % der Besucher, lassen aber laut Studie viel weniger Geld in Trier. Bei dieser Besuchergruppe liegt die Wertschöpfung hauptsächlich für Gastronomie und Handel - bei ca. 185.000,- €. Diese Zahl dürft auch näher bei der Realität der „Rallyegewinne“ liegen.
Demgegenüber schlagen sich die Leistungen der Stadt mit ca. 132.000,- € im Haushalt nieder. Dies beinhaltet direkte Geldzuwendungen an den ADAC wie auch Dienstleistungen durch die Stadtverwaltung.
Leuckefeld kritisiert, dass in Zeiten leerer Kassen, ausgerechnet eine Werbeveranstaltung des ADAC und der Automobilindustrie – beide finanziell gut aufgestellt - mit öffentlichen Geldern subventioniert wird.
Auf eine Kuriosität der Studie weist Leuckefeld hin: 75 % der Befragten, die nichts mit der Rallye zu tun hatten, fanden die Veranstaltung nicht mehr zeitgemäß. Ebenfalls 75 % dieser Gruppe fand, dass eine solche Veranstaltung zu Trier passe!
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