Kohlekraftwerk Hamm-Uetrop: Schlimmste Befürchtungen bestätigt!
„Wir sehen uns in unseren schlimmsten Befürchtungen bestätigt“, so kommentiert Gerd Dahm, der energiepolitische Sprecher der GRÜNEN Ratsfraktion, die aufkommende Debatte und Berichterstattung über den Bau des Kohlekraftwerkes Hamm-Uetrop. Nach neuesten Informationen verzögere sich die Inbetriebnahme des Kraftwerkes auf heute unbestimmte Zeit. 2012 ist nicht mehr realistisch. „Dass die Dreckschleuder deutlich später ans Netz geht, als in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen vom RWE damals vorhergesagt, ist ja ein ökologischer Segen, aber er wird die Stadtwerke Trier Unsummen kosten. Das werden wir nicht hinnehmen“, so der GRÜNEN-Fraktionsvorsitzende. Offensichtlich seien die Risiken, die im Bau eines solchen Milliardenprojektes stecken in den Wirtschaftlichkeitsberechnungen des RWE nicht ausreichend abgebildet worden. Sonst sähen sich die beteiligten Unternehmen nicht mit ständigen Nachforderungen konfrontiert.
Die Verlängerung der Atomkraftwerkslaufzeiten wird den Preis am Stromerzeugermarkt deutlich niedriger halten, als beim Beteiligungsbeschluss vorhergesagt. Das haben RWE und Konsorten in einem beispiellosen Geschäft mit der schwarz-gelben Bundesregierung selbst so herbeigeführt. Die Milliarden, die da in 14 Jahren von den Konzernen verdient werden fließen in die Kassen der Strommonopolisten. Die Verluste im Kohlekraftwerk Hamm werden, was die Beteiligung von öffentlich-rechtlichen Stadtwerken angeht sozialisiert, das zahlen die Bürger am Ende.
„Man hat seinerzeit versucht, uns als Ökospinner ohne wirtschaftlichen Sachverstand hinzustellen, nur weil wir uns von den Hochglanzblättchen des RWE und den sog. Sachverständigen nicht haben blenden lassen. Wir setzen uns schon sehr lange und sehr intensive mit der Materie auseinander und haben seinerzeit auch mit ökonomischen Argumenten eindringlich vor einer Beteiligung gewarnt, deshalb überrascht uns das heraufziehende Debakel nicht wirklich“, so der GRÜNEN-Sprecher.
Zurzeit prüfen die Stadtwerke mit welchen finanziellen Folgen bei einem Ausstieg aus dem umstrittenen Projekt für die Stadt Trier zu rechnen sein wird. Die Grünen gehen davon aus, dass belastbare Zahlen in den nächsten 1-2 Monaten vorliegen werden.
„Wenn wir die nötigen Zahlen haben, werden wir gegebenenfalls den Ausstieg der Stadt Trier aus dem Kraftwerk Hamm beantragen und dafür werben, dass dieses Geld in ökonomisch und ökologisch sinnvolle Projekte investiert wird. Wenn das RWE der Ansicht ist, dass die Beteiligung ein gutes Geschäft für die Stadtwerke war, werden sie die Anteile sicher gerne zurücknehmen“, so Gerd Dahm abschließend.
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