Innovative Methoden beim Straßenbau
Anfrage vom 18.03.2011
Sehr geehrte Frau Backes,
vielen Dank für Ihren Hinweis auf den Artikel bezüglich des Asphalt-Recyclings (ADAC, Heft 3, März 2011). Ich habe bei unseren Fachleuten vom Tiefbauamt nachgefragt, inwieweit angedacht ist, im Stadtgebiet von Trier innovative und umweltschonende Verfahren auch für den Straßenbau einzusetzen.
Wie ich nun erfahren habe, plant das Tiefbauamt im Zuge der Maßnahme „Fahrbahnerneuerung Richtung Mariahof“ im Bereich der Berliner Allee für die Instandsetzung der Fahrbahn ein Asphaltrecyclingverfahren einzusetzen.
Das Tiefbauamt befindet sich zurzeit in der Planungsphase zu dieser Maßnahme. In der Berliner Allee sollen auf einer Fläche von ca. 4.600 m² die obersten Deckschichten abgefräst werden. Anschließend wird entgegen der klassischen Bauweise der ungebundene und zugleich belastete restliche Oberbau durch eine kostengünstige Kaltrecyclingschicht erneuert. Im Rahmen des Kaltrecyclingverfahrens wird aus dem Material des bisher vorhandenen Straßenoberbaus unter Zugabe der Bindemittel, Zement und Bitumenemulsion eine Tragschicht in Kaltbauweise hergestellt. Bei entsprechender Zusammensetzung entsteht so eine Tragschicht, die die Eigenschaften einer Asphalttragschicht aufweist. Das Ziel ist neben der Kostenersparnis (Entfall von Entsorgungskosten der belasteten Materialien) in Höhe von ca. 100.000,-- €, die Einsparung von aufwändigen Transportwegen für das Material, die Erhöhung von Verwertungsmengen der Straßenbaustoffe sowie die Schonung von Ressourcen natürlicher Gesteine und Deponieraum. Daneben wird die Bauzeit verkürzt und die damit verbundenen Verkehrsbeeinträchtigungen reduziert.
Wie Sie sehen ist die Stadt Trier entgegen vielleicht anderer Kommunen oder Straßenbaulastträger den neuesten Techniken aufgeschlossen und versucht alles Mögliche, dem Umweltschutz Rechnung zu tragen. Ich muss allerdings darauf hinweisen, dass man das o. g. oder ähnliche Aspaltrecyclingverfahren nicht überall eingesetzen kann. Nur dort, wo die o. g. Einsparmöglichkeiten erzielt werden können, macht ein solches Verfahren Sinn. Dies muss vor jeder Straßenbaumaßnahme geprüft werden.
Mit freundlichen Grüßen
Simone Kaes-Torchiani
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